Bewegte Schule - Lernen kommt in Bewegung
Bewegung ist am Adolf-Schmitthenner-Gymnasium Neckarbischofsheim fester Bestandteil des schulischen Alltags – auf dem Sportplatz und in der Sporthalle, auf dem Schulhof, in den Fluren und zunehmend mitten im Unterricht. Denn eine bewegte Schule ist weit mehr als zusätzlicher Sportunterricht: Sie eröffnet Lerngelegenheiten, die Gesundheit, Konzentration, Gemeinschaft und selbstständiges Arbeiten miteinander verbinden.
Wie präsent Bewegung im Schulalltag ist, zeigt sich exemplarisch in den Pausen: Der Elternbeirat des ASG hat die Anschaffung von Spielgeräten ermöglicht, die Schülerinnen und Schüler ausleihen und auf dem Schulgelände aktiv nutzen können. Die Ausleihe selbst organisieren engagierte Schülerinnen und Schüler, die eigenverantwortlich für Ausgabe und Rücknahme sorgen.
Eine weitere Bereicherung des Schulhofs sind das im Herbst 2024 errichtete Bodentrampolin und die Slackline neben der Sporthalle, die spielerisch Gleichgewicht, Koordination und Körperwahrnehmung trainieren – nachmittags steht die Bewegungslandschaft zudem Kindern aus der Region offen. Möglich wurde dies durch den Freundeskreis des ASG, die LEADER-Aktionsgruppe Kraichgau sowie zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer – gemeinsam entsteht so ein bewegungsfördernder Schulcampus.
An Projekttagen ergänzen Tanz-, Fußball-, Beach- und Discgolfsportangebote das reguläre Unterrichtsprogramm. Die Kooperation mit der Tanzschule Sinsheim (The Hub by Anna), Hip-Hop-Projekte sowie das Deutsche Sportabzeichen in Klasse 6 unterstreichen: Bewegung darf Freude machen und gehört für viele Schülerinnen und Schüler selbstverständlich zu einer vielfältigen Schulkultur.
Ein besonderes Erlebnis war das GORILLA-Projekt mit Freestyle-Fußball, das sportliche Herausforderungen mit Kreativität, Motivation und einem bewussten Umgang mit Bewegung verband. Bereits in den vergangenen Jahren war das Projekt am ASG zu Gast – zuletzt bei den 8. Klassen, wo die Verbindung von Bewegung, Spiel und Wissensaufgaben im Fokus stand. Eine erneute Kooperation wäre daher auch für das kommende Schuljahr eine reizvolle Perspektive.
Sportlich aktiv – im Unterricht und darüber hinaus
Ein Höhepunkt im Schuljahr 2024/2025 war wieder der Sporttag: Er stieß bei den Schülerinnen und Schülern auf große Begeisterung und verband mit seinen vielfältigen Bewegungsangeboten Gemeinschaft, Freude und sportlichen Einsatz.
Darüber hinaus ist das ASG bei zahlreichen Wettbewerben und Turnieren vertreten. Im Rahmen von „Jugend trainiert für Olympia“ treten unsere Schülerinnen und Schüler unter anderem in den Sportarten Mountainbike, Tischtennis, Gerätturnen, Volleyball und Triathlon an. Dabei zählen nicht nur Platzierungen, sondern ebenso Teamgeist, Verlässlichkeit, Fairness und die Erfahrung, sich gemeinsam auf ein Ziel vorzubereiten.
Besonders sichtbar ist das Engagement im Volleyball: ASG-Teams nahmen in mehreren Altersklassen erfolgreich an Kreis-, Regierungsbezirks- und Landesfinalen teil. Im April 2026 war die Sporthalle des ASG Austragungsort des Kreisfinales der Altersklasse U14; im selben Jahr erreichten die U14-Volleyballerinnen zudem das Regierungsbezirksfinale. Zahlreiche Berichte auf unserer Homepage dokumentieren diese Erfolge und die Begeisterung der Beteiligten.
Ebenso erfolgreich waren die Turner des ASG: Im Regierungsbezirksfinale erreichten sie einen starken zweiten Platz.
Hinzu kommen die Teilnahme am AOK-Cup im Fußball, Treppenlauf-Wettkämpfe wie das Tower Running im Frankfurter Messeturm sowie schulinterne Formate wie die ASG-Treppenlauf-Meisterschaft. Diese Angebote eröffnen unterschiedliche Zugänge zu Bewegung: leistungsorientiert, gemeinschaftlich, spielerisch oder als persönliche Herausforderung.
Ein zentrales Anliegen ist zudem die Inklusion: Das Sport-Leistungsfach der Kursstufe 1 nahm am inklusiven Nikolausturnier von Anpfiff Hoffenheim im Sitzvolleyball teil. Dabei erleben Schülerinnen und Schüler, wie Sport Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen zusammenbringt und wie wichtig gegenseitige Rücksichtnahme im Team ist.
Über Wettkämpfe hinaus übernehmen junge Menschen Verantwortung: Schülerinnen und Schüler werden zu Sportmentorinnen und Sportmentoren sowie zu Co-Trainerinnen und Co-Trainern ausgebildet. So geben sie eigene sportliche Erfahrungen weiter, unterstützen jüngere Kinder und gestalten die Sportgemeinschaft am ASG aktiv mit.
Bewegung als Teil guten Unterrichts
Bewegung findet am ASG jedoch nicht nur im Sportunterricht statt – sie hilft auch dabei, fachliche Inhalte anschaulich, einprägsam und gemeinschaftlich zu erschließen. Im Mathematikunterricht der Klasse 11 werden Schaubilder ganzrationaler Funktionen nicht nur gezeichnet und analysiert, sondern mitunter auch „getanzt“: Durch Körperhaltung, Wege und Bewegungsrichtungen werden Krümmungsverhalten, Hoch- und Tiefpunkte oder Veränderungen von Funktionsverläufen sichtbar und erlebbar.
Im Lateinunterricht wird Bewegung ebenfalls gezielt zum Lernen genutzt: Beim Treppensteigen erlernen und wiederholen Schülerinnen und Schüler beispielsweise Formen von Relativ- oder Demonstrativpronomen. Das Verknüpfen von Sprache, Rhythmus und Bewegung schafft einen zusätzlichen Zugang zum Lernstoff und zeigt: Lernen muss nicht ausschließlich im Sitzen stattfinden.
Räume, die Lernen in Bewegung ermöglichen
Mit dem Konzept „SegeL – Selbstgesteuertes Lernen“ wird dieser Gedanke räumlich weitergeführt. Als Teil des Konzepts können Schülerinnen und Schüler nicht nur zwischen verschiedenen Räumen, sondern auch zwischen unterschiedlichen Arbeitsplätzen wählen: klassischen Tischen, Stehpulten, hohen Tischen mit Barhockern, Sofaecken oder Arbeitsplätzen auf dem Boden. Die bewusste Wahl der Lernumgebung und der Wechsel der Arbeitshaltung sollen Konzentration, Eigenverantwortung und Wohlbefinden fördern.
Besonders die Klassenräume der Jahrgangsstufen 5 und 6 bieten daher Möglichkeiten, im Sitzen, Stehen oder liegend zu arbeiten. Darüber hinaus stehen den Lernenden aller Altersstufen zahlreiche weitere Orte offen: Zwei Freiarbeitsräume mit Hochtischen, das Foyer, die Mensa, Sitzgelegenheiten in Aula und Empore im Hauptgebäude, die Projekträume im E-Bau sowie kleinere Freiarbeitsräume im C-Bau. Passt es zum Arbeitsauftrag, wird auch der Schulhof zum Lernort: Hierfür stehen von der Schulgemeinschaft selbst gebaute Sitzbänke sowie eine im Rahmen des KooBo-Projektes von Schülerinnen und Schülern gebaute Sitzgruppe im „Biotopwäldchen“ bereit. So entsteht Schritt für Schritt ein Schulcampus, der Bewegung in allen Bereichen des Schullebens ermöglicht.
Damit wird deutlich: Bewegte Schule heißt am ASG, unterschiedliche Formen des Lernens zuzulassen. Wer konzentriert an einem Einzelplatz arbeiten möchte, findet dafür Raum; wer sich im Austausch mit anderen besser auf Inhalte einlassen kann, nutzt Gruppentische oder Sofaecken. Und wer eine Bewegungspause braucht, plant diese bewusst in den Lernalltag ein.
Ein gemeinsames Verständnis von Schule
Die zahlreichen sportlichen Aktivitäten, Wettbewerbe, Mentorenprogramme, inklusiven Projekte und bewegten Lernformen ergeben zusammen ein klares Bild: Am ASG ist Bewegung ein zentraler Bestandteil eines lebendigen Schullebens und eines zeitgemäßen Unterrichts.
Ob beim Volleyballturnier, beim Mountainbiken, im Sitzvolleyball, beim Treppenlauf, beim Freestyle-Fußball, beim Tanzen eines Funktionsgraphen oder beim Lernen an einem Stehpult – Bewegung unterstützt nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern stärkt ebenso Konzentration, Selbstvertrauen, Teamfähigkeit und Freude am Lernen. Das Adolf-Schmitthenner-Gymnasium ist in diesem Sinne eine Schule, in der Lernen und Leben in Bewegung bleiben. Die Entwicklung zur Bewegten Schule verstehen wir als fortlaufenden Prozess. Gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Eltern sowie außerschulischen Partnern möchten wir unseren Schulcampus auch künftig noch bewegungsfreundlicher gestalten und neue Ideen verwirklichen.