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Jugendliche lernten Leben zu retten

Mit viel Engagement, Teamgeist und Herzblut haben Schüler und Lehrer des Adolf-Schmitthenner-Gymnasiums (ASG) gezeigt, wie praxisnahes Lernen und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein in der Schule gelebt werden können. Drei thematisch eng verknüpfte Aktionstage rückten das Thema „Handlungsfähigkeit in Notfallsituationen“ in den Mittelpunkt. Und das alles auf informative, motivierende und vor allem lebensnahe Weise.

In Kooperation mit der Religions- und Ethikfachschaft sowie unter Leitung des Schulsanitätsdienstes (SSD), organisiert von den Lehrerinnen Sarah Zierlein und Lena Hermes, nahmen alle Klassenstufen am Reanimationstraining „Löwen retten Leben“ teil. Ziel der Aktion war es, Schülerinnen und Schüler für das richtige Verhalten bei plötzlichem Herzstillstand zu sensibilisieren und ihnen lebensrettende Maßnahmen praxisnah zu vermitteln. Nach einem kurzen theoretischen Input durften die Schüler an Reanimationspuppen selbst Hand anlegen. Brustkorbkompression, stabile Seitenlage und vor allem das Durchhalten über eine längere Zeit wurden im Team trainiert. „Learning by doing“ lautete das Motto, und tatsächlich wurde fleißig ausprobiert, motiviert geübt und gegenseitig unterstützt. Am Ende meisterten die Kleingruppen achtminütige Reanimationseinheiten. Trotz des ernsten Themas herrschte eine ausgesprochen positive, konzentrierte und bestärkende Atmosphäre.

Neu ins Leben gerufen wurde die Aktion mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) speziell für die Jahrgangsstufen 11 und K1. In Zusammenarbeit mit der Religionsfachschaft und organisiert vom SSD wurde ein Projekttag gestaltet. Zwei Ehrenamtliche der DKMS informierten in der Aula über die Bedeutung der Stammzellspende, deren Ablauf und medizinische Hintergründe. Besonders bewegend war der Erfahrungsbericht einer jungen Frau, die selbst Stammzellspenderin war und dadurch einem Menschen das Leben retten konnte. Sie sprach offen über Ängste und Unsicherheiten, aber auch über Dankbarkeit und den Moment, als sie erfuhr, dass ihr Einsatz Erfolg hatte.

Nach der Fragerunde hatten volljährige Schüler sowie interessierte Lehrkräfte die Möglichkeit, sich mit einem Wangenabstrich freiwillig registrieren zu lassen. Insgesamt 40 Personen nutzten diese Chance. „Ein starkes Zeichen der Hilfsbereitschaft“, fand Hermes, die sich positiv überrascht zeigte von der Resonanz. Die Rückmeldungen zeigten, dass viele diese Aktion als bedeutsam und sinnstiftend empfanden. „Eine Wiederholung ist geplant“, blickten die Organisatoren voraus.

Abgerundet wurden diese beiden Aktionen durch den Krisenpräventionstag, der gemeinsam von der Schulleitung und dem Schulsanitätsdienst mit Hermes konzipiert worden war. Der Projekttag orientierte sich am neuen Bildungsplan des Landes Baden-Württemberg und hatte ein klares Ziel: „Schüler sollten ermutigt und befähigt werden, in Notsituationen handlungsfähig zu bleiben. Und das ohne Angst, aber mit Verantwortung“, erläuterte Hermes. Nach einer Einführung in das Thema am Morgen durchliefen die Klassen in vier Modulen ein abwechslungsreiches Programm, das mit engagierten Lehrkräften und externen Partnern für die Jugendlichen zu einem praxisorientierten Vormittag mutierte.

Gleichzeitig konnten die Schülerinnen und Schüler Fragen stellen, sich austauschen und reflektieren. Inhaltlich gehörten „Erste Hilfe mit dem SSD und den Helfern vor Ort (HvO), Brandschutz mit der Freiwilligen Feuerwehr Neckarbischofsheim, Wasserrettung mit Referendar Lukas Graßl und der DLRG sowie Psychische Resilienz mit Verena Krebs von der Notfallseelsorge und mit Schulseelsorger Franz Sefrin“ zum Programm. Bei der „Ersten Hilfe“ unterstützte Schulsekretärin Jasmin Bialas, die auch beim DRK Neckarbischofsheim aktiv ist.

Die Rückmeldungen der Schüler waren durchweg positiv und viele zeigten sich dankbar für die praxisnahen Inhalte, die empathische Vermittlung und das spürbare Engagement aller Beteiligten. Besonders hervorgehoben wurde der respektvolle Umgang mit sensiblen Themen und das Gefühl, wirklich etwas fürs Leben gelernt zu haben. „Diese Aktionstage waren eine gelungene Verbindung aus Theorie und Praxis, Information und Emotion, Ernsthaftigkeit und Gemeinschaftsgefühl“, wa das Fazit von Hermes, die sich über dieses Zeichen von Solidarität und Verantwortungsbewusstsein sowie für die Bereitschaft, im Ernstfall zu handeln, freute. „Bildung kann Leben retten, und beginnt oft mit einem ersten, mutigen Schritt.“

(Mit freundlicher Genehmigung der RNZ, Text: Bertold Jürriens - Foto: privat)