Kunst, Konzentration und kreatives Arbeiten
Drei Tage lang Kunst, Konzentration und kreatives Arbeiten: Die Kursfahrt zum Thema „Figur im Fokus“ führte den Kunst Leistungskurs (Abi-Jahrgang 2027) in das beeindruckende Barockschloss Rotenfels – ein Ort, der mit seinen großen Räumen, viel Licht und ruhiger Atmosphäre den perfekten Rahmen für intensives Zeichnen bot. Schon beim Ankommen lag eine besondere Stimmung in der Luft: eine Mischung aus Vorfreude, Neugier und der Motivation, sich künstlerisch weiterzuentwickeln. Eine Kursteilnehmerin berichtet:
Ankommen, Ausprobieren und erste Linien
Der erste Tag begann mit einer Einführung und der Erkundung unseres Arbeitsortes. Schnell wurde klar, dass diese Tage vor allem eines sein würden: praktisch, intensiv und voller neuer Erfahrungen. Mit unterschiedlichen Materialien, von Kohle über Graphitstift bis hin zu Ölkreiden machten wir uns zunächst mit den Grundlagen vertraut.
Die ersten Übungen waren bewusst kurz gehalten. Die Karlsruher Künstlerin Olga Sora-Lux mit ukrainischen Wurzeln, die unseren dreitägigen Workshop gemeinsam mit unserem Kunstlehrer Herrn Roos leitete, forderte uns auf, innerhalb von nur einer Minute ein Modell zu skizzieren – zunächst stark vereinfacht in Grundformen. Dabei ging es weniger um Perfektion, sondern um genaues Beobachten: Welche Grundformen lassen sich in den Körpern erkennen? Wie lassen sich Körperhaltungen schnell erfassen?
Im Laufe des Tages wurden diese schnellen Skizzen zunehmend länger und detaillierter. Wir zeichneten uns gegenseitig in kleinen Gruppen, probierten ungewöhnliche Methoden aus – etwa mit der ungewohnten Hand zu zeichnen und lernten so, unsere Wahrnehmung zu schärfen und kreativer mit dem Material umzugehen. So mancher Kursteilnehmer konnte ihre und seine akrobatischen Talente entdecken bei den vielfältigen, immer wieder neuen Posen, die wir einnehmen sollten.
Konzentration, Vertrauen und neue Perspektiven
Am zweiten Tag ging es noch tiefer in die Praxis. Wir beschäftigten uns intensiv mit einzelnen Körperteilen wie Händen, Gesichtern und zeichneten sie aus unterschiedlichsten Perspektiven. Besonders spannend waren Übungen, bei denen wir bewusst nicht auf unser Blatt schauen durften. Stattdessen mussten wir unserem Blick und unserer Hand vertrauen – eine Herausforderung, die überraschend befreiend sein konnte.
Am Nachmittag erwartete uns schließlich ein zentraler Teil des Kurses: das Aktzeichnen mit einem professionellen Modell. Für viele war das im Vorfeld mit Unsicherheit verbunden. Doch schon nach kurzer Zeit war klar, dass diese Sorge unbegründet war. Die Atmosphäre im Raum war ruhig, respektvoll und hochkonzentriert - und das Modell hatte wunderbare Körperhaltungen und Posen für uns auf Lager. Alle waren so sehr damit beschäftigt, Proportionen, Bewegungen sowie Licht- und Schattenwirkungen zeichnerisch festzuhalten, dass die anfängliche Nervosität schnell verschwand.
Das Zeichnen selbst erforderte viel Aufmerksamkeit und Ausdauer, gleichzeitig war es eine unglaublich lehrreiche Erfahrung. Nach drei Stunden intensiver Beobachtung und Zeichnung des weiblichen Körpers waren wir richtig erschöpft.
Vom Skizzenbuch zum Großformat
Am dritten Tag konnten wir das Gelernte noch einmal anwenden und weiterentwickeln. Nun arbeiteten wir mit Acrylfarben und setzten unsere Beobachtungen in größere Formate um. Aus den schnellen Skizzen der ersten Tage entstanden nun deutlich ausgearbeitete Arbeiten, bei denen Proportion, Bewegung und Schattenwirkung immer sicherer umgesetzt wurden.
Viele von uns stellten überrascht dabei fest, wie stark sich unsere Zeichnungen innerhalb dieser kurzen Zeit verbessert hatten.
Gemeinschaft und Eindrücke
Neben der intensiven Arbeit spielte auch das Miteinander eine wichtige Rolle. Die gemeinsame Zeit im Schloss schweißte den Kurs zusammen. Viele hatten das Gefühl, sich gegenseitig besser kennenzulernen und als Gruppe enger zusammengewachsen zu sein. Auch wenn die Tage sehr intensiv waren und viel Konzentration erforderten, überwog am Ende das Gefühl, unglaublich viel gelernt zu haben. Nicht nur neue Techniken, sondern vor allem ein geschärfter Blick für Proportionen, Bewegung und Körperformen.
Fazit
Die Kursfahrt nach Rotenfels war eine prägende Erfahrung. Wir haben nicht nur unsere zeichnerischen Fähigkeiten deutlich weiterentwickelt, sondern auch gelernt, genauer zu beobachten, mutiger zu arbeiten und unserem eigenen Strich – auch uns selbst mehr zu vertrauen. Drei Tage voller Kunst, Konzentration und neuer Perspektiven – eine Erfahrung, die uns sicherlich noch lange begleiten wird und die wir jederzeit gerne wiederholen würden.
Ein herzliches Dankeschön gilt dem Freundeskreis des Adolf-Schmitthenner-Gymnasiums. Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung wurde unsere Kursfahrt erst ermöglicht und unsere künstlerischen Erfahrungen maßgeblich bereichert.
Dieser Bericht wurde verfasst von Alina Cecilia Koch, Kursstufe 1
