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(Quelle: Pixabay) 

Neckarbischofsheim. (bju) Das diesjährige Bewerbertraining „Fit for Future“ für die Zehntklässler des Adolf-Schmitthenner-Gymnasiums wurde seinem Namen in diesem Jahr besonders gerecht. Denn in Zeiten von Corona drehte sich alles um Online-Bewerbungsgespräche mit Personalentscheider/innen und Fachkräften von DEBEKA, Benz-Baustoffe, der Sparkasse Bruchsal, der Volksbank Neckartal, den Johannitern aus Waibstadt, Hochwarth IT, Gebhardt Fördertechnik GmbH und erstmals Lidl. Auch Bürgermeister Thomas Seidelmann ließ es sich nicht nehmen, daran teilzunehmen.

Erneut wurden Vorstellungsgespräche simuliert, per Mail verschickte Bewerbungsmappen bzw. Anschreiben zuvor gesichtet und es gab zahlreiche Tipps und Rückmeldungen für die ASG-Schüler. Verantwortlich für die dieses Mal besonders aufwändige Koordination war die BOGY–Beauftragte (Berufs- und Studienorientierung am Gymnasium) Daniela Emrich, die sich darüber freute, dass die Expert/innen rund um die Berufswelt auch digital zur Verfügung standen. „Es läuft so, wie im aktuellen richtigen Berufsleben.“

Unterschiedlich fiel das Urteil der „Bewerber/innen“ aus, die zwar von der technischen Einfachheit mit der Auswahl an verschiedenen Bild- und Tonübertragungen dieser Gespräche überzeugt waren, aber auch Nachteile in dieser digitalen ersten Begegnung mit dem möglichen Arbeitgeber sehen. Und wer glaubt, dass das virtuelle Treffen weniger Hürden besitze, wurde eines Besseren belehrt. Der schwitzige Händedruck fällt zwar weg, doch die nicht sichtbare Jogginghose, der Wäschekorb im Hintergrund und die laut rufenden Eltern seien mögliche Fallstricke. „Die vertraute Umgebung ist ein Vorteil, in der man sich wohlfühlt, und es gibt mehr Freiheiten in der Vorbereitung“, so Leonie Schmitt aus der 10d. Dennoch reduzieren sich die Möglichkeiten auf den Gegenüber direkt einzugehen. Felix Riek, Schüler der 10c, sieht es noch kritischer. „Es ist schon entspannter, aber das persönliche Vorstellungsgespräch ist durch nichts zu ersetzen. Erst dadurch entstehen genauere Eindrücke der Personalleiter von uns Bewerbern“, ist sich Felix sicher. Im direkten Gespräch sehe man besser, ob man „souverän, offen oder zurückhaltend“ wirken würde. „Es könnten am Monitor beim Entscheider falsche Eindrücke entstehen.“ Für die 15jährige Leonie sei die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Medien wichtig und gleichzeitig ein Lerneffekt. „Ich glaube dass diese Art des Vorstellungsgesprächs in der Zukunft deutlich beliebter wird und häufiger eingesetzt wird.“ Gerade die Corona Zeit habe Unternehmen gezeigt, dass diese Art von Gespräch durchaus eine gute Alternative sein kann. Für Leonie selbst sei das Bewerbungsgespräch reibungslos verlaufen. „Die Rückmeldung war sehr hilfreich für weitere Vorstellungsgespräche, die ich in der Zukunft haben werde. Aber auch zu Anschreiben und Lebenslauf kam tolles Feedback.“ Eine besondere Vorbereitung gab es für Felix für die digitale Begegnung nicht, wie er sagt. „Ein paar Gedanken zu meinen Stärken und Schwächen habe ich mir gemacht.“

Die Personalentscheider sehen in puncto Inhalt, Dresscode, Körpersprache und Gesprächsablauf keine Unterschiede gegenüber dem klassischen Gespräch im Unternehmen. Neben Ton und Kamera sei günstiges Licht wichtig. Ein großer Vorteil sei, dass alles vorbereitet werden könne, ohne dass es jemand sieht. Lebenslauf, Stellenausschreibung oder ausgetauschte E-Mails können parat liegen, falls Rückfragen kommen sollten, geben die Unternehmen als Tipp. Und natürlich sei eine stabile Internetverbindung wünschenswert. Glücklicherweise hatten Leonie und Felix damit keine Schwierigkeiten. In Deutschland im Jahr 2021 immer noch nicht selbstverständlich und deswegen weiterhin die große Unbekannte, aber für ein Online- Bewerbungsgespräch nun mal die wichtigste technische Voraussetzung.

(mit freundlicher Genehmigung der RNZ - leicht modifiziert von D.E.)