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Klimawandel in Afrika längst Realtität

Vortrag von Mamadou Mbodji am ASG Neckarbischofsheim zeigt dramatische Folgen

Von Berthold Jürriens

Neckarbischofsheim. (bju) „Brücken bauen für eine gemeinsame Zukunft“, so heißt das Motto der Tage der Begegnung und des Austausches, bei dem die Naturfreunde Neckarbischofsheim unter der Leitung von Herbert Hauck mit der Stadt ein beachtliches Veranstaltungspaket organisiert haben. Auslöser war die Initiative „Meine. Deine. Eine Welt.“, die zum achten Mal und alle zwei Jahre von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) veranstaltet wird. 32 Kommunen nehmen an der diesjährigen landesweiten Initiative teil. In der aktuellen Veranstaltungswoche zeigt das „lokale Eine-Welt-Netzwerk“ in Neckarbischofsheim, dass alle etwas für eine zukunftsfähige und gerechte Welt tun können. Das Bewusstsein für globale Zusammenhänge zu schärfen, das eigene Handeln zu überdenken und partnerschaftliche Zusammenarbeit zu stärken, sind Ziele des Projekts. 

Auch Schülerinnen und Schüler des Adolf-Schmitthenner-Gymnasiums unter der Leitung von Johannes Roß hatten sich bei einem Workshop beteiligt, den sie gemeinsam mit Mamadou Mbodji, Vizepräsident der „Naturfreunde Internationale“ und Präsident des „African Naturefriends Network“ (RAFAN), gestaltet hatten. Einen Tag später referierte der Senegalese in der Aula des Gymnasiums unter den Augen von Bürgermeisterin Tanja Grether und Schulleiter Harald Frommknecht über den Klimawandel und seine Folgen für die Länder Afrikas. Zuvor hatte BM Grether den Staffelstab aus den Händen von Roswitha Keicher von der Stabsstelle Partizipation und Integration in Heilbronn erhalten, der das Symbol für das Eine-Welt-Engagement vieler Menschen sein soll. Mbodji ist als „Brückenbauer“ zwischen dem Süden und dem Norden, zwischen Afrika und Europa unterwegs. Unermüdlich tritt er für Klimaschutzziele und für den offenen Austausch von Ideen für eine gute Zukunft ein und zeigt in seiner Präsentation Bilder von zerstörten Küstenzonen, ausbleibenden Regen und ausgelaugten Böden. Mbodji sieht die Industriestaaten in der Pflicht, zu helfen. Afrika trägt vier Prozent zum weltweiten Kohlendioxidausstoß bei, trägt aber 95 Prozent der negativen Folgen. „Afrika kann nicht warten. Oder wir werden verschwinden“, so sein dringender Appell. Trockenperioden, Ernteausfälle, die zunehmende  Wüstenbildung und der Landverlust an das Meer verstärke die Flucht aus ländlichen Gebieten erheblich. Die durch den Klimawandel verursachte Situation habe negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft, den Tourismus und die Gesundheit. Letztlich führe dies zu einer „Klimaflucht.“ Die Vereinten Nationen warnen davor, dass bis 2020 mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht sein könnten, weil ihre Heimatländer zu Wüsten geworden sind. Sinnvolle Lösungen seien notwendig, um die auf Regen ausgerichtete Landwirtschaft, die Wasserversorgung und die Nahrungsproduktion zu verbessern. „Die Bedürfnisse der Menschen vor Ort mit lokaler Produktion müssen im Mittelpunkt stehen“, rät er und fordert internationale Unterstützung zur Anpassung Afrikas an die Klimafolgen. Das sollten aber „afrikanische Lösungen für die Probleme in Afrika“ sein. Neben der dringend benötigten Hilfe von Staaten und großen internationalen Organisationen, hält er Klimapartnerschaften auf kommunaler Ebene und zwischen Nichtregierungsorganisationen wie den Naturfreunden für ausgesprochen wichtig. Es gelte den Egoismus zu überwinden  und durch Solidarität den Frieden zu sichern.

„Der Planet ist in Gefahr“, so sein Abschlusswort, das er dann nochmals an die Jugendlichen richtete: „Es ist an euch aufzustehen und für die Zukunft zu kämpfen.“ In der anschließenden Fragerunde berichtete Mbodji vom Plastikverbot in Ruanda oder von Einfuhrverboten von PKW in den Senegal, die älter als fünf Jahre seien. „Aber das ist nicht genug. Die Politiker reden, reden und reden immer nur.“ Die Aussage „Ich kann nur etwas tun, aber nichts ändern“ sei falsch, denn „jeder kleine Schritt in Sachen Klimaschutz ist wichtig für die Erde.“

Die Veranstaltungen im Rahmen der Themenwoche "Brücken bauen für eine gemeinsame Zukunft" wurden unterstützt durch folgende Institutionen:

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