IMG 0002

Das Bewerbungsgespräch ist keine Prüfung

Beim Bewerbertraining „Fit for your Future“ am Neckarbischofsheimer Gymnasium gab es viele Expertentipps 

Von Berthold Jürriens

Neckarbischofsheim. (bju) Studium, Ausbildung oder doch ein Jahr mit Reisen verbringen? Nach dem Abitur stehen die meisten Schüler vor der Frage nach ihrer Zukunft. Doch damit nicht genug, denn schon frühzeitig geht es los mit Stellenanzeigen sondieren, Bewerbungen schreiben und erfolgreich Bewerbungsgespräche zu absolvieren. Dabei unterstützt das Adolf-Schmitthenner-Gymnasium ganz konkret. Verantwortlich dafür ist die BOGY–Beauftragte (Berufs- und Studienorientierung am Gymnasium) Daniela Emrich, die bereits zum neunten Mal Experten rundum die Berufswelt begrüßen konnte. „Da wir dieses Mal 120 Zehntklässler sind, mussten wir das Bewerbertraining `Fit for your future` auf zwei Tage verteilen“, erzählt sie. Zusätzlich profitieren die Jugendlichen dabei von echtem Fachwissen aus der Arbeitswelt. Jacqueline Pajak (Baustoffe Benz), Michael Knee (Volksbank Neckartal), Tanja und Ralf Bender (Holzbau Bender), Christian Hochwarth und Sebastian Müller (Hochwarth IT) sowie Gwendolyn Kutscha, Anja Gök, Sophia Barany (Sparkasse Kraichgau), Kai Schramm (Johanniter), Manfred Cavelius (DEBEKA) und Dr. Dana Ernst (Apinex GmbH) nahmen sich die Bewerber persönlich vor, denn sie simulierten nicht nur die Vorstellungsgespräche, sondern gaben den Jugendlichen hilfreiche Rückmeldungen. Steffen Istenes (Barmer/GEK) berichtete über positive und negative Beispiele von Bewerbungen, informierte über Regeln bei der Online-Bewerbung und hatte einiges zum Assessment-Center zu sagen. „Die Bewerbung ist immer noch die Eintrittskarte ins Studien-und Berufsleben“, so die oft gehörte Floskel, die eigentlich keine ist. Vom Berufsinformationszentrum (BIZ) war Birgit Dömkes vor Ort und präsentierte Wissenswertes über verschiedene Überbrückungsmöglichkeiten und Bewerbungsverfahren. Voraussetzungen für Ausbildung und Studium rundeten das Bild zum Einstieg in den Berufsfindungsprozess ab. Bei den Vorstellungsgesprächen konnte dann jeder Schüler selbst testen, wie er mit dieser Situation umgeht und ob seine Bewerbungsmappe beim „Personalchef“ gut angekommen ist. Diese hatten die „Arbeitgeber“ zuvor erhalten, um sich selbst auf die Bewerber und das Gespräch einzustimmen. Selina möchte zum Beispiel eine Ausbildung als Tourismuskauffrau beginnen und hat ihre eigene Chinareise über das Internet zusammengestellt. Michael Knee, Personaleiter der Volksbank Neckartal, war am Ende sehr zufrieden mit dem Gespräch. „Sie hat am Ende gute Fragen gestellt.“ Annika möchte ein Praktikum als Journalistin absolvieren, „weil sie gerne schreibt.“ Da sollten dann Nachweise über bereits geschriebene Artikel nicht fehlen, so der Tipp des Personalleiters. Interessant war die Antwort auf die Hobbys, denn viele mussten eingestehen, dass sie aufgrund der schulischen Verpflichtungen mit dem Musizieren oder dem Sport aufhören mussten. Als hilfreich und „überraschend angenehm“ empfanden alle Schüler die Gespräche. „Die Nervosität ist in Ordnung, aber ich wiederhole immer wieder gerne, dass das Bewerbungsgespräch keine Prüfung ist, sondern ein gegenseitiges Kennenlernen. Es gibt da kein richtig oder falsch“, sagt Knee. Zu den Bewerbungsmappen musste er fast immer zwei Kritikpunkte loswerden: „Gerade bei der Rechtschreibung inklusive Satzeichen hat man einen gewissen Anspruch.“ Nach seinen langjährigen Erfahrungen haben sich die Fehler im Anschreiben vermehrt. Bei Bildern sollte es nicht das „biometrische Passfoto“ sein oder das Selfie vor dem Badezimmerspiegel. Ein freundliches Lächeln auf einem richtigen Bewerberfoto könnte bereits ein Türöffner sein.

Zusätzliche Informationen