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Auf der Suche nach der gemeinsamen europäischen 

Identität - unser Erasmus+ Projekt

 

Mit Kaiser Friedrich II. auf der Suche nach der gemeinsamen europäischen Identität

31 000 Euro Fördermittel für Adolf-Schmitthenner-Gymnasium für „Erasmus+“ Projekt – Kooperation mit zwei italienischen Schulen – Sonderlob für Antrag

Neckarbischofsheim. (bju) Die Euphorie merkt man den Lehrerinnen Maria Pia Panunzio und Margitta Bönisch vom Adolf-Schmitthenner-Gymnasium (ASG) an, als sie ihr zweijähriges Projekt vorstellen, dessen Titel auf den ersten Blick wie ein Referatsthema klingt: „Kaiser Friedrich ll. von Hohenstaufen - Eine multikulturelle Brücke zwischen dem 13. und 21. Jahrhundert“. Doch gerade dieses Thema mit seinem umfangreichen Inhalten, „das das Bewusstsein der Schüler schärfen soll, dass das kulturelle Erbe Europas ein Mittel des Zusammenhaltes und der gemeinsamen Identität ist“, hat die Kommission bei der Vergabe der „Erasmus+“- Fördergelder vollends überzeugt. Unterprojekte mit dem Titel „Mathematik und Magie in Friedrichs Bauten“ oder „Die kulturelle Integrationspolitik von Friedrich II.“ unterstreichen das Lernziel. Von der Europäischen Union erhält die Schule in den nächsten beiden Jahren Fördermittel in Höhe von rund 31000 Euro und darf sich mit einem Schild mit der Aufschrift „Strategische Schulpartnerschaft 2018 -2020“ schmücken. „Erstmals haben sich Lehrerinnen getraut, die doch umfangreichen EU-Anträge auszufüllen“, berichten Schulleiter Harald Frommknecht und seine Stellvertreterin Andrea Mutter. Nicht nur über die Zusage freue man sich am ASG, sondern auch, dass die „Formalitäten“ mit 92 von 100 Punkten so positiv bewertet worden waren, dass die Kommission gerne Auszüge daraus als Referenz nutzen möchte. „Damit hätten wir nie gerechnet“, so Panunzio, die auf der Suche nach Partnerschulen schnell fündig geworden sei. Denn das ist eine der Voraussetzungen des „Erasmus+“ Projekts. Diese europäischen Schulen sollen sich mit einem bestimmten Thema aus ganz verschiedenen Perspektiven befassen, erläutert Panunzio, und junge Menschen wieder für Europa begeistern und ihnen interkulturelle Begegnungen ermöglichen. Dabei gehe es nicht nur darum, sich gegenseitig zu besuchen und kennenzulernen, sondern von den Erfahrungen der anderen vielfältig zu profitieren. „Das nachhaltige Wirken von Friedrich II., der aufgrund seiner Mehrsprachigkeit und religiösen und kulturellen Offenheit oft als `erster Europäer` bezeichnet wird, ist vor allem in dessen Heimat Italien sicht- und spürbar. Dort hat der König von Sizilien eine noch andere, teilweise größere Bedeutung als bei uns“, erklären die Pädagoginnen. Mit der sizilianischen Schule „Liceo Classico Umberto I“  aus Palermo und der in Putigano ansässigen Bildungsanstalt  „IISS Majorana-Laterza” in der Region Apulien habe man frühzeitig Kontakt aufgenommen und so auch geografisch die Bezugspunkte zu dem Kaiser des römisch-deutschen Reiches gefunden. Das ASG fungiert dabei als koordinierende Schule und wird im Oktober 2018 erstmals nach Putignano zu einem Vorbereitungstreffen reisen und dann erneut Ende April 2019. Im Dezember 2019 findet der Gegenbesuch in Neckarbischofsheim statt, wo sich auch Bürgermeisterin Tanja Grether mit einem Empfang einbringen möchte. „Das ist eine großartige Geschichte  für unsere Schule“, so Grether zu dem Projekt. Grenz-, schul- und fächerübergreifend sei dieses Projekt, das die ganze Schule betreffen wird, auch wenn die Zehntklässler am ASG im besonderen Fokus stehen, erfährt man von den Organisatoren. „Diese müssen bestimmte Kriterien wie Engagement, Zuverlässigkeit und Sprachkompetenz besitzen.“ Online-Befragungen, Ausstellungen und regelmäßige Berichte auf der Website der Schule werden durch Unterstützung von anderen Schülern, Eltern und Kollegen durchgeführt. Über eine besondere Plattform im Internet tauschen sich die Teilnehmer aller Schulen aus, auch um Projekte zu entwickeln und Dokumente zu sammeln. Auch wenn die eigentliche Arbeit jetzt erst beginnen würde, „das ASG freut sich auf das Projekt und ist mächtig stolz darauf, zu den Auserwählten zu gehören“, so die Schulleitung und die Lehrerinnen unisono.

(mit freundlicher Genehmigung der RNZ, von Berthold Jürriens)

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