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Einer der besten Informatiker der Welt, der Turing-Preisträger

Prof. Dr. David Andrew Patterson, zu Gast am ASG 

 

 

Seit 2013 treffen sich jedes Jahr die besten Mathematiker und Informatiker der Welt beim Heidelberger Laureate Forum (HLF). Damit auch die breite Öffentlichkeit und vor allem die Jugend von dieser einwöchigen Konferenz der klugen Köpfe profitieren können, besuchen die Koryphäen Schulen aus der Region.

In diesem Jahr hatte unter anderem das Adolf-Schmitthenner-Gymnasium die große Ehre einen der besten Informatiker der Welt, den Turing-Preisträger Prof. Dr. David Andrew Patterson, als Gastredner bei sich zu haben. Der mit einer Million Dollar dotierte Turing-Preis, den er gemeinsam mit seinem Kollegen und einstigen Präsidenten der Universität Stanford John Hennessy für seine Hardware-Architektur im Frühjahr gewann, gilt als höchste Auszeichnung der Informatik und wird oft als Nobelpreis der Informatik angesehen.

An der University of California in Berkeley lehrte er 40 Jahre lang Informatik, wo er schon frühzeitig Wert auf eine erfolgreiche Nutzung für die Industrie legte. Pattersons Arbeit war für die Branche wegweisend, denn man kann sagen, dass in 99 Prozent der heutigen Computer seine Denkarbeit steckt. Schulleiter Harald Frommknecht freute sich als Mathematiker besonders auf den Ehrengast, der schon mit seiner lockeren Vorstellung „Hello, I`m Dave“ Sympathiepunkte sammelte. Anders als eventuelle deutsche Professoren, denen man immer eine gewisse Steifheit unterstellt, zeigte sich der 70jährige Kalifornier während seines Vortrags und in der Fragerunde mit den Schülern offen und humorvoll. Kein überladenes Fachenglisch, sondern eine fast durchweg klare verständliche Sprache erleichterte das Zuhören. Patterson erklärte „bits und bytes“, was die „cloud“ ist und woher sie kommt, warum Jeff Bezos, der Gründer von „amazon“, der reichste Mann der Welt ist und ob wir vor künstlicher Intelligenz Angst haben müssen. Mit Letztgenanntem beschäftigt er sich zwar als „Distinguished Engineer“ bei google, sieht aber keinen Grund zur Besorgnis, denn Maschinen, die etwas lernen, seien noch weit entfernt. Bei selbstfahrenden Autos sieht er aber die Gefahr des Jobverlustes wie für LKW-Fahrer zum Beispiel. „Aber diese selbstfahrenden Autos werden dennoch keine Unfälle vermeiden können.“ Viele Erfindungen und Auszeichnungen finden sich in der Karriere des zweifachen Familienvaters. So zum Beispiel „Now“, das "Network of Workstations", das für Cloud Computing notwendig ist, oder „Risc“, das die Kommunikation zwischen Software und Hardware vereinfacht hat.

Kurzweilig und bisweilen mit einem Augenzwinkern auch sein Blick auf seine Biografie. „Family first“, so einer der wichtigsten Gründe für seinen Erfolg und sein „persönliches Glück“, wie der seit über 50 Jahren verheiratete Patterson bescheiden formuliert. Aber man sollte auch „Leidenschaft und Mut“ für das Erreichen seiner Ziele wagen, riet der Informatiker den Schülern, und plädierte für Teamarbeit. Und „es ist nicht wichtig, wie viele Projekte du gerade machst, sondern wie viele du erfolgreich beendet hast“, so eine weitere Erfahrung des begeisterten Sportlers. Sichtlich beeindruckt von dem Auftritt des weltweit renommierten Gastredners, gab es tosenden Beifall im Musiksaal des ASG von den jungen Zuhörern, und von Frommknecht ein großes Dankeschön für den spannenden und informativen Vortrag.

 

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