Vortrag Dr. Schütte am ASG

"Was macht ein Abgeordneter eigentlich so den ganzen Tag lang?"

Landtagsabgeordneter Dr. Schütte diskutierte mit Schülerinnen und Schülern der Kursstufe 1

„Was macht ein Abgeordneter eigentlich so den ganzen Tag lang?“

Dr. Albrecht Schütte MdL diskutiert mit Schülerinnen und Schülern des Adolf-Schmitthenner-Gymnasiums in Neckarbischofsheim.

Neckarbischofsheim. Wie funktioniert die Arbeit eines Landtagsabgeordneten im Parlament und den Ausschüssen? Was sind typische Anliegen und Aufgaben, die von Gemeinden und Bevölkerung an ihn herangetragen werden? Wie sieht der Tagesablauf eines Abgeordneten aus? Zu diesen und vielen weiteren Fragen bezog der Landtagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Sinsheim, Dr. Albrecht Schütte, in seinem Vortrag und in der anschließenden Diskussion mit Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I am Adolf-Schmitthenner-Gymnasium in Neckarbischofsheim Stellung. 

Schütte, der für die CDU-Landtagsfraktion im Verkehrs- und Finanzausschuss arbeitet, zeigte anhand einer Übersicht über die Ausgaben des Landes, wie wichtig der Bereich Bildung und Forschung für die Landesregierung und die Landtagsfraktionen sei: „Für 2018 haben wir zum ersten Mal über 11 Mrd. Euro für Bildung eingestellt. Der zweitgrößte Etat ist dann Forschung, Wissenschaft und Kunst mit 5,3 Mrd. Euro. Nimmt man noch die Zahlungen an die Kommunen dazu, sind wir bei weit über 50% des Haushalts.“ 

Ein größerer Anteil seiner Arbeit als die Tätigkeiten in Stuttgart selbst, finde im Wahlkreis statt, so der Abgeordnete: Bürgerinnen oder Bürger, die sich mit persönlichen Anliegen an ihn wenden, Bitten von Gemeinderäten und Bürgermeistern zur Unterstützung gegenüber dem Land und zahlreiche Informationsgespräche, um die Wünsche und Sorgen der Menschen mitzubekommen. 

In der anschließenden Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern kam das Gespräch auch auf den typischen Werdegang eines Politikers. Der promovierte Physiker Dr. Schütte, der selbst lange in der Wirtschaft gearbeitet hat, erläuterte, wie wichtig berufliche Unabhängigkeit vom politischen Mandat sei: „Emotional kann man sehr schnell abhängig werden. Wenn zur emotionalen Abhängigkeit dann noch eine wirtschaftliche kommt, wird es schwer im Zweifelsfall unabhängig abzustimmen.“ Daher empfehle er jedem ein berufliches Standbein aufzubauen, bevor er oder sie „in die Politik wechsle. Zudem helfe die berufliche Erfahrung, die Auswirkung mancher Entscheidung ganz konkret abschätzen zu können.  

Interessiert war der Abgeordnete an der Meinung der Schülerinnen und Schüler zur Diskussion rund um G8 und G9. Dabei waren die Meinungen unterschiedlich. Manche sprachen sich für eine Wahlfreiheit zwischen zwei Geschwindigkeiten aus, andere forderten im Falle einer solchen Alternative, dass bei G9 entsprechend zusätzlicher Stoff behandelt werden solle. 

Zum Abschluss einer konstruktiven Diskussion rund um Gemeinschaftsschulen und Digitalisierung wurde auch das Thema Wahlrechtsreform aufgebracht. Hierzu hatte der CDU Politiker eine klare Meinung: „Wenn man sich den niedrigeren Frauenanteil der CDU Fraktion im Bundestag und im Europaparlament anschaut, die beide ein Wahlrecht mit einer Landesliste haben, so kann man nicht erkennen, warum man ein bewährtes Wahlsystem mit lokal verwurzelten Kandidaten aufgeben soll.“ Ihm komme es ganz entscheidend darauf an, dass die Menschen vor Ort entscheiden, wer im Parlament sitze und nicht wenige Delegierte der Parteien auf Landesebene. Allerdings habe die CDU tatsächlich zu wenig Frauen in politischen Ämtern. Während sich bei den innerparteilichen Nominierungen für die Landtagswahl Frauen und Männer ungefähr gleich oft durchsetzten, gäbe es zu häufig Nominierungen, bei denen sich erst gar keine Frau bewerbe. Daher müsse man die Förderung von Frauen innerhalb der Parteien verbessern, so Schütte, und so mehr Frauen dazu bewegen, für ein Mandat zu kandidieren: „Deshalb bitte ich gerade die Schülerinnen: Engagiert euch, kandidiert für den Gemeinde- oder Ortschaftsrat und habt auch später den Mut, Euch um ein Mandat in einem Parlament zu bewerben.“ 

 (Text/Fotos: Florian Hummel)

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