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Klasse 9: Sprachfahrten nach Rom, Paris und Südengland (14.5. - 18.5.2018)

Klasse 8: Frankreichaustausch Gegenbesuch des ASG im Collège Saint-Jean in Bagnols-sur-Cèze (11.6. - 18.6.2018)

Klasse 7: Schullandheim (2.7. - 7.7.2018)

Europa Tag am ASG mit Lars Castellucci

Bundestagsabgeordneter Dr. Lars Castellucci diskutierte im Rahmen des EU-Projekttags mit unseren Zehntklässlern

Bundestagsabgeordneter Dr. Lars Castellucci zum EU-Projekttag am ASG Neckarbischofsheim

Von Berthold Jürriens

Neckarbischofsheim. (bju) Flüchtlingspolitik, AFD, Fake News, Angela Merkel, Umweltschutz, Brexit oder die Zukunft von Europa. Es war ein großer politischer Themenreigen, den Bundestagsabgeordneter Dr. Lars Castellucci (SPD) mit Zehntklässlern des Adolf-Schmitthenner-Gymnasiums diskutierte. Anlass war der EU-Projekttag, der laut Kultusministerium als Gelegenheit genutzt werden soll, die Chancen und Perspektiven des europäischen Einigungsprozesses vorzustellen. Aber vor allem mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen. „Denn für euch machen wir die Politik, die oft erst in späteren Jahren erfolgreich umgesetzt wird“, so Castellucci, der sein Parteibekenntnis in roten Turnschuhen präsentierte und mündlich ergänzte: “Ich wollte mich immer für Menschen einsetzen, denen es sozial schlecht geht. Da war ich bei der SPD richtig.“ Einmischen, sich engagieren und optimistisch sein, um etwas zu erreichen, das wünschte er sich von den Schülern, die sich an der Fragerunde rege beteiligten. „Wenn es Europa nicht geben würde, müsste man es erfinden“, lautete der Einstieg des gebürtigen Wieslochers, der sich als Europäer sieht. Er blickte kurz zurück auf die Zeit von Grenzkontrollen, verschiedene Währungen und auf den langjährigen Frieden in Europa. „Nicht weit von hier, in der Ukraine, sieht es anders aus.“ Kritik übte er an den Populismus, der um sich greifen und den Nationalismus in einigen Ländern fördern würde. Auch die aktuelle Asylpolitik, die die Schüler besonders interessierte, sei für den Politiker das falsche Werkzeug, um das Problem in den Griff zu bekommen. „Länder, denen es schon schlecht genug geht, müssen noch mehr Probleme mit der Aufnahme von Flüchtlingen bewerkstelligen“, und verwies auf Jordanien oder Libanon. Eine nachhaltige Flüchtlingspolitik der Europäischen Union (EU) sei wichtig. Wenn schon Regeln für alle gelten, dann müssten sie auch eingehalten werden, „sonst taugen sie nichts“, so seine Kritik. Hier müsse jedes Land seinen Teil leisten, auch wenn die Vorstellungen und Möglichkeiten anders seien. „Die einen sichern dann die Außengrenzen während andere Flüchtlinge aufnehmen.“ Am Ende ergänzen sich alle Teile zu einem großen Ganzen. Eine Schülerin erzählte von ihrem Besuch in einem Flüchtlingsheim und über die schlechten Zustände dort, was sie sehr erschrocken habe. Andere Jugendliche meinten, dass man bevor man weitere Flüchtlinge aufnehmen sollte, zunächst diejenigen entsprechend mit Arbeit und Bildung versorgen müsste, die bereits hier seien. Wie so oft gäbe es keine optimale Lösung und man sei auf Kompromisse angewiesen, so Castellucci. Für ihn stehe Europa schon ein Stück am Scheideweg, auch wegen dem aus den USA übertragenen „First-Gedankens“. Aber mit neuen Ideen und Optimismus müsse man versuchen diese Herausforderung gemeinsam in Europa zu meistern. Aber auch im Bundestag, wo man geradezu „körperliche Schmerzen“ beim Zuhören der AFD-Reden bekommen würde. „Ich frage mich manchmal, woher kommt dieser Hass?“ Hierbei seien die steigenden Fake News, die über die sozialen Netzwerke verstreut werden, eine weitere Bedrohung, die man ernst nehmen und stets hinterfragen muss.

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